Gerechte Bildung für alle
Wir begreifen Bildung als elementaren Schlüssel auf dem Weg zu gesellschaftlicher Teilhabe aller Bürgerinnen und Bürger. Bildung ist der Schlüssel für die freie Entfaltung des Menschen. Dieser Weg muss jedem, unabhängig des sozialen Hintergrunds, offen stehen. Bildung integriert den Menschen in die Gesellschaft und festigt unsere Demokratie. Bildung muss ein Beitrag der Gesellschaft zur Selbstbestimmung sein. Sie schafft die Voraussetzungen für eine moderne Wissensökonomie. Bildung ist essentielle Basis für ein weiteres Wachstum unserer Volkswirtschaft und die Integration der Menschen in die Gesellschaft. Die Bereitschaft, Veränderungen herbeizuführen, für Überzeugungen ein zu stehen und eine demokratische Diskussions- und Gesellschaftskultur zu pflegen, ist Grundbedingung, um zivilisatorische Errungenschaften zu verteidigen und diese kommenden Generationen übermitteln zu können. Doch engagierte Demokratinnen und Demokraten bringt nur ein demokratisches Bildungssystem hervor und so sehen wir unsere Aufgabe in den kommenden Jahren in der Demokratisierung der Verhältnisse in der Bildungslandschaft, sowie einer verstärkten Verwirklichung von Chancengleichheit und Durchlässigkeit innerhalb und zwischen den verschiedenen Institutionen.
Die Zeit ist gekommen, in der das Drehen an einzelnen bildungspolitischen Stellschrauben nicht mehr die passende Antwort auf drängende Probleme sein kann. Bildung und ihre Institutionen müssen systematisch überdacht und reformiert werden. Hierfür braucht es eine bundesweite Strategie im Interesse der Bürgerinnen und Bürger, die dem zuletzt oft propagierten Bildungswettbewerb der Länder einen solidarischen Kontrapunkt entgegensetzt. Bildung ist zu wichtig, zumal reihenweise Studien die Chancenungleichheit in Kita, Schule, Ausbildung, Hochschule und Weiterbildung unterstreichen und den Ländern weitgehendes Desinteresse an einer substanziellen Verbesserung attestieren.
Konkret bedeutet dies, dass Investitionen im Bildungssektor forciert werden müssen, um die bestehenden Angebote kostenfrei gestalten zu können und Segregationsmechanismen auszuschalten. Ob Kitagebühren, Büchergeld oder Studiengebühren, wodurch die individuellen Lebenschancen vom Geldbeutel der Eltern abhängen, hat die Bildungspolitik versagt.
Schule
In der Schule werden die Grundlagen für das gesamte Leben gelegt. Gemischte Lerngruppen plus individuelle Betreuung ermöglichen die besten Leistungen. Das bedeutet aber auch, dass nicht schon nach der Grundschule die Zukunft eines Kindes festgelegt werden darf. Viele Kinder entwickeln ihre Fähigkeiten erst später. Wir wollen, dass der Inhalt des Unterrichts im Vordergrund steht, nicht das Warten auf die nächsten Zeugnisse. Deshalb wollen wir solche Schul- und Unterrichtsformen durchsetzen, die integrieren und nicht selektieren. Daher fordern wir die Abschaffung des 3-Gliedrigen Schulsystems.
Ausbildung
Jugendliche brauchen eine gute Ausbildung. Sie schafft die notwendige Vorraussetzung,
damit sich junge Menschen in der Arbeitswelt behaupten können. Wir sehen es als unsere Aufgabe sich für die Arbeitnehmerschaft einzusetzen und deswegen müssen wir Jusos unsere Aufgaben schwerpunktmäßig auch bei den Interessen junger Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sehen.
Wir plädieren für eine nachhaltige Verbesserung der Ausbildungsplatzsituation und der
Ausbildungsqualität. Die öffentliche Hand soll bei der Ausbildung mit gutem Beispiel voran gehen und die Lehrmittelfreiheit sicherstellen. Darin mündet eine Verbesserung der Berufsschulsituation.
Hochschule
Unser Bildungssystem muss gerade im Hochschulbereich deutlich durchlässiger und offener gestaltet werden, denn wir haben nicht zu viele, sondern immer noch zu wenig junge Menschen, die studieren. Studiengebühren, in welcher Form auch immer, wirken dem entgegen, da sie gerade auf bildungsferne Schichten abschreckend wirken.
Den Zugang zu Hochschulen gilt es zu verbessern und durchlässiger zu gestalten. Zwischen einer abgeschlossenen Berufsausbildung und dem Hochschulzugang darf es keine Hürden geben.
Wir fordern gebührenfreies Studieren an deutschen Hochschulen und die Abschaffung des Numerus Clausus. Die Demokratisierung der Hochschulen und die Erhaltung der verfassten Studierendenschaft müssen erhalten bleiben.




















