08. August 2010
1 Kommentar
Jusos Lüneburg kritisieren geplanten Audimax-Bau und fordern Wirtschaftlichkeitsuntersuchung
Der Stiftungsrat der Leuphana Universität Lüneburg beauftragte auf seiner letzten Sitzung das Präsidium der Leuphana Universität Lüneburg die Baupläne für das von Daniel Liebes-kind entworfene Audimax weiter voranzutreiben.
Der Campus der Leuphana Universität Lüneburg steht somit vor großen Veränderungen. Der Bau verschlingt knapp 60 Millionen Euro. Finanziert werden soll das Bauvorhaben aus öffent-lichen und privaten Mitteln, wonach das Land Niedersachsen mit Zuschüssen in Höhe von 21 Millionen Euro beteiligt ist; Stadt und Landkreis Lüneburg sind mit insgesamt sieben Millio-nen Euro mit an Bord.
„Oberbürgermeister, Landrat und die Räte haben ihre Unterstützung zugesichert, damit sich niemand mehr um die Renovierung der Nordlandhalle kümmern muss und der Abriss erfol-gen kann. Deswegen kommt das Audimax-Projekt Herrn Mädge sehr gelegen, “ meint Ansgar Gräntzdörffer, selbst Student an der Hochschule und stellvertretender Vorsitzender der Ju-sos Lüneburg. Gräntzdörffer kritisiert, dass die Bewilligung der Gelder von Stadt und Land in nächster Zeit wohl die letzte große Investition in die Universität sein wird. „Für andere Pro-jekte wie Verbesserung der Lehre und Forschung wird es für lange Zeit kein mehr Geld ge-ben.“
Neben den Zuwendungen des Landes, der EU, der Stadt und des Landkreises Lüneburg, des Bundeswirtschaftsministeriums und möglichen Erlösen aus dem Verkauf den Standortes Vol-gershall für das Audimax kursieren Gerüchte über Drittmittel in Höhe nur noch rund fünf Millionen Euro, die von einem privaten Investoren als Deckung der Finanzierungslücke beigesteuert werden sollen. „Dies wäre für einen privaten Betreiber ein echtes Schnäppchen! Gleichzeitig würde so der Weg in eine privatisierte Universität geebnet werden. Man muss diese Wahrheiten jetzt aussprechen, nicht dass es am Ende wieder heißt: Das haben wir nicht kommen sehen“, sagt Gräntzdörffer.
Auf der Homepage der Universität ist bereits ein aktueller ca. zweiminütiger Film mit Im-pressionen des geplanten Zentralgebäudes zu sehen. „Es werden schicke Grafiken des Audi-max´ präsentiert, doch das Kernstück des Zentralgebäudes, der Hörsaal, wird bei der 3D Tour gänzlich unterschlagen. Insgesamt sieht man direkt, wo die Prioritäten liegen. Das Audimax wird das größte und unnötigste Prestigeprojekt das die Stadt jemals gesehen hat“, meint Kamila Pienkos, ebenfalls stellvertretende Vorsitzende der Jusos Lüneburg. Pienkos fordert konkrete Investitionen zur Verbesserung des Lehrangebotes, statt millionenschwere Großob-jekte ohne wirklichen Nutzen für die Studierenden aus dem Boden zu stampfen und die letz-ten Erweiterungsflächen am Campus Scharnhorststraße leichtfertig zu verplanen.
„Wir Jusos wollen endlich eine Wirtschaftlichkeitsuntersuchung und baufachliche Stellung-nahme des Staatlichen Baumanagement Niedersachsens für das geplante Zentralgebäude sehen, die Auskunft über alle zu erwartenden Kosten und Erlöse für die gesamte Nutzungs-dauer des Gebäudes und die Angemessenheit des Vorhabens Auskunft geben. Wir fordern alle Beteiligten auf, derartige Unterlagen, sofern es sie bereits gibt, öffentlich zu machen und Transparenz zu schaffen. Wir müssen dabei die Warnungen des Landesrechnungshofpräsi-denten Höptner ernst nehmen, der mehrfach öffentlich darauf hingewiesen hat, dass ÖPP-Projekte auf die Gesamtnutzungsdauer betrachtet immer teurer sind als eigenfinanzierte Vorhaben der Öffentlichen Hand“, verlangen die Jusos Lüneburg.
Bevor diese wichtigen Punkte nicht geklärt sind, darf mit dem Vorhaben nicht begonnen werden. Land und örtliche Politik dürfen hier keinen Blankoscheck ausstellen. Dennoch munkelt man auf dem Campus, dass das Präsidium den nächsten medialen Coup zur Außen-darstellung der Uni bereits geplant hat. „Angeblich wird unser alter Landesvater und neuer Bundespräsident Christian Wulff den ersten Spatenstich setzen. Es wird Zeit, dass sich die Universität wieder ihres eigentlichen Auftrages besinnt, nämlich der Lehre und Forschung“, meint Gräntzdörffer.
Bildung und QualifikationWissenschaft / Forschung
1 Kommentar zu Jusos Lüneburg kritisieren geplanten Audimax-Bau
Hubertus Heinrich
1
am 07. September 2010 um 18:36 Uhr
Dachte ich doch auch schon :-) als Altbürger !!
Unsere Internetseite soll eine Plattform für ernsthafte Diskussionen sein, bei dem Toleranz, Offenheit und Fairness zu den Grundprinzipien gehören. Wir begrüßen sachliche und konstruktive Inhalte, die zu einer angeregten Diskussion beitragen und der Meinung anderer Kommentatoren tolerant und unvoreingenommen begegnen. Wird gegen diese Grundprinzipien verstoßen, kann dies zur Löschung von Kommentaren führen.
Um bei uns zu kommentieren muss die eigene E-Mail-Adresse angegeben werden. Selbstverständlich wird diese E-Mail-Adresse nicht veröffentlicht und auch nicht an Dritte weitergegeben. Die Angabe einer falschen E-Mail-Adresse ist ein Verstoß gegen unsere Nutzungsbedingungen. Wir machen daher Stichproben, die dann zur Löschung von Kommentaren führen können. Mit Absenden des Formulars werden unsere Nutzungsbedingungen anerkannt.
Kommentar schreiben
(Trackback)